Wenn der Selbstzweifel anklopft

Niedergeschlagen und entmutigt. So habe ich mich gestern den ganzen Tag lang gefühlt. Ich hatte wirklich zu nichts Lust.
Es war irgendwie eine Mischung aus Erschöpfung, wenig Selbstvertrauen und fehlender Motivation. Anstatt die Liste abzuarbeiten, die auf meinem Schreibtisch lag, konnte ich nicht anders als alles in Frage zu stellen, was ich mir bis jetzt erfolgreich aufgebaut hatte. Und da war er, der ach so mächtige Selbstzweifel – ein wirklich ungutes Gefühl. Wie komme ich da wieder raus, habe ich mich gefragt? Was brauche ich jetzt, um diese negativen Gedanken abzuschütteln? Sollte ich den Tag einfach vorüber ziehen lassen und mir sagen: Ok, ich gönn’ mir heute diesen Durchhänger und geh’ den Tag morgen anders an? Wie anders?

Turbulenzen in der Gefühlswelt.

Dann ist etwas sehr Interessantes passiert: Wie ich so da sitze, denke ich nochmals über den Satz nach, den ich gerade in Gedanken formuliert hatte – “ich gönne mir heute einen Durchhänger”. Sich einen Durchhänger zu gönnen, heißt für mich, dass ich mich schlecht fühlen will, dass ich mich womöglich den ganzen Tag über selbst bemitleide und ich mich dazu noch mit einem Sackl Sour Cream Chips belohne. Belohnen wofür denn? Wer weiß, wie lange ich mir diese Gefühlswelt dann auch noch gönne aufrecht zu erhalten? Denn mir war schon klar, dass das nicht nur einen Tag dauert, sondern so weiter gehen wird.

Die Macht der Gedanken.

Ich muss dazu sagen, dass ich mit dem Umgang der Achtsamkeit gut vertraut bin. Ohne diese Eingebung hätte ich meine Gedanken bestimmt nicht hinterfragt. Also habe ich meinen Entschluss umformuliert: Ich gönne mir einen Ruhetag. Das war schon viel positiver und mit weniger schlechtem Gewissen verbunden. Dann ging ich einen Schritt weiter. Ich fragte mich, wie will ich mich denn fühlen? Ich sagte zu mir selbst: arbeite wenigstens 3 Stunden konzentriert, dann hast Du 2 Projekte weniger auf der Liste und ein gutes Gefühl, danach ist immer noch Zeit, die neue Netflix-Serie “Bloodline” zu schauen – die ich übrigens sehr empfehlen kann:-))

Plötzlicher Perspektivenwechsel.

Und schon war der Perspektivenwechsel da, den ich gebraucht habe. Wie praktisch das doch mit der Achtsamkeit ist, funktioniert immer! Ich konnte richtiggehend spüren, wie sich die schlechten Gefühle aufgelöst und sich in etwas Gesundes und Angenehmes verwandelt haben. Ich war wesentlich entspannter, habe 5 Stunden produktiv gearbeitet, “Bloodline” geschaut und mich mit ein reinigenden Salzbad belohnt. Ich war stolz auf mich. Es war ein guter Tag!

Hier ein paar Botschaften, die mir persönlich helfen, und die Du anwenden kannst, wenn Du Dich niedergeschlagen und entmutigt fühlst:

• Ich bin nicht das Zentrum des Universums, nicht immer dreht sich alles nur um mich
• Es ist mein Widerstand gegen “was ist”, der so anstrengend ist und mich leer sein lässt
• Ich bin mehr als nur ein Aspekt meiner Persönlichkeit, ich lass’ locker und atme aus
• Jeder Tag zählt, auch wenn er schlecht los geht, kann ich was daraus machen
• Jammern macht meinen Zustand schlechter, daher achte ich auf meine Gedanken und Worte
• Ich fühle mich schon länger so niedergeschlagen. Das ist ein Hinweis, dass ich nichts ändern will, um mich besser zu fühlen – also wie möchte ich mich denn fühlen?
• Schon der kleinste Schritt bedeutet Veränderung in die richtige Richtung
• Ich belohne mich für jeden kleinen Schritt, den ich mache und bin stolz auf mich

Abschließende Gedanken.

Ich habe mich immer noch nicht ganz vom Selbstzweifel befreien können, aber ich fühle mich stärker. Ich lese mir zurzeit jeden Morgen diese Glaubensätze laut vor, und versuche sie auch wirklich zu hören und zu verinnerlichen.

Wir sind menschlich, wir zweifeln oft und wir fühlen Schmerz. Aber wir wissen auch, dass nach jedem Tief wieder ein Hoch kommt!

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